Die Brustästhetik beschränkt sich heutzutage nicht nur auf das Aussehen, sondern beeinflusst auch direkt das Selbstbewusstsein und das Körperbild einer Person. Wenn wir von einer „Brustprothese“ sprechen, denken wir in der Regel an Silikon- oder Kochsalzimplantate, die eingesetzt werden, um das Brustvolumen zu vergrößern oder neu zu formen. Diese Prothesen können manchmal aus ästhetischen Gründen, manchmal aber auch zu Rekonstruktionszwecken (z. B. nach Krebs) gewählt werden. Die richtige Wahl der Prothese erfordert jedoch die Abwägung vieler Faktoren und eine gründliche Betrachtung des gesamten Prozesses.
Warum Ist Brustästhetik Wichtig?
Die Bedeutung der Brustästhetik steht in engem Zusammenhang mit dem Selbstwertgefühl und dem Körperbewusstsein. In vielen Kulturen gilt die Brustregion als Symbol für Weiblichkeit. Unzufriedenheit in diesem Bereich betrifft daher nicht nur das Spiegelbild, sondern kann das soziale Leben, die Kleiderwahl und sogar kleine Details des Alltags beeinflussen.
- Selbstbewusstsein und Körperbild: Wenn das Brustvolumen als nicht ausreichend empfunden wird oder die Form nicht den Vorstellungen entspricht, kann dies zu Unsicherheit und Zurückhaltung in sozialen Umgebungen führen. Wer mit seinem Aussehen im Reinen ist, profitiert auch psychisch.
- Persönliche Vorlieben und Gesellschaftlicher Einfluss: Manche Menschen entscheiden sich ganz bewusst und unabhängig von gesellschaftlichen Schönheitsidealen für eine Brustvergrößerung oder -rekonstruktion. Dies ist ein anschauliches Beispiel für den Leitsatz „mein Körper, meine Entscheidung“.
- Rekonstruktive Chirurgie: Insbesondere nach Brustkrebsoperationen wie der Mastektomie kann das Einsetzen einer Prothese den Verlust an Gewebe ausgleichen und eine wichtige psychologische Unterstützung bieten.
All diese Faktoren machen die Wahl einer Brustprothese zu mehr als nur einem „Schönheitseingriff“. Die Auswahl des Typs, der Größe und der Form des Implantats sind dabei die zentralen Elemente.
Wie Sind Silikon- und Kochsalzimplantate Aufgebaut?
Brustprothesen bestehen grob aus zwei Hauptbestandteilen: der „Außenhülle“ und dem „Füllmaterial“. Die Außenhülle wird meist aus einer medizinischen Silikon-Elastomerschicht gefertigt. In diese Hülle wird entweder Silikongel oder sterile Kochsalzlösung (Saline) gefüllt.
Silikonimplantate
- Inhalt: Sie sind mit einem speziellen, zusammenhängenden („kohäsiven“) Silikongel gefüllt. Dieses Gel ist zwar nicht hart, unterscheidet sich jedoch von herkömmlichen flüssigen Silikonen. Man kann es sich eher wie Wackelpudding vorstellen.
- Außenhülle: Sie besteht aus hochwertigem, medizinisch zugelassenem Silikonelastomer. Zwar ist sie bis zu einem gewissen Grad dehnbar, gleichzeitig aber auch fest genug.
- Vorteil: Ermöglicht ein natürliches Gefühl und eine weiche Konsistenz, was besonders für Personen interessant ist, die großen Wert auf ein naturgetreues Ergebnis legen.
Kochsalzimplantate (Saline)
- Inhalt: Gefüllt mit steriler Kochsalzlösung. Wie bei einem Ballon, der mit Wasser befüllt wird, kann das Implantat während der Operation auf das gewünschte Volumen eingestellt werden.
- Außenhülle: Auch hier wird medizinisches Silikonelastomer verwendet. Es stimmt also nicht, dass Saline-Implantate „gar kein Silikon“ beinhalten. Lediglich die Füllung ist anders.
- Vorteil: Das Volumen kann während der OP variiert werden, und da das Implantat zunächst leer eingesetzt wird, reicht oft ein kleinerer Hautschnitt.
Dieser strukturelle Unterschied wirkt sich auf viele Details aus – vom Tastgefühl bis zur Größe des nötigen Schnitts während der Operation. Man kann es sich vorstellen wie zwei Kissen mit derselben Hülle, die aber unterschiedlich gefüllt sind: Das Gefühl, die Weichheit und die Beweglichkeit unterscheiden sich deutlich.
Welches Implantat Wirkt Natürlicher?
Viele Interessierte möchten vor allem wissen: „Wie natürlich fühlen und sehen meine Brüste nach der Operation aus?“ Die größte Befürchtung ist ein künstliches Aussehen oder ein „Ballon“-Gefühl beim Berühren der Brust.
- Vorteil von Silikon: Das Gel in Silikonimplantaten ähnelt sehr dem Brustgewebe. Bei Berührung spürt man weniger Wellen oder Falten. Besonders bei sehr dünnem Brustgewebe kann ein Silikonimplantat eine natürlichere Konsistenz bieten. Auch die Bewegungen der Brust sind oft etwas natürlicher.
- Eigenschaft von Kochsalzlösungsimplantaten: Da sie mit Wasser gefüllt sind, können sie vor allem bei wenig eigenem Brust- oder Muskelgewebe eher Falten oder Wellen bilden, die sich unter dünnen Kleidungsstücken oder bei einem tiefen Dekolleté abzeichnen können. Dies erinnert an das Gefühl, einen Wasserballon in der Hand zu halten.
Allerdings bedeutet das nicht, dass jedes Kochsalzimplantat immer Falten bildet. Die Beschaffenheit des Körpers, die Dicke der Haut, der Muskelüberzug und die chirurgische Technik spielen eine erhebliche Rolle. Bei manchen Patientinnen ergeben auch Kochsalzimplantate sehr zufriedenstellende, natürliche Resultate. Dennoch wird gemeinhin angenommen, dass Silikon ein natürlicheres Tastgefühl bietet.
Wichtige Aspekte Zu Sicherheit und Gesundheit
Bei der Wahl einer Brustprothese sollte nicht nur das ästhetische Ergebnis, sondern auch die Sicherheit und mögliche Nebenwirkungen berücksichtigt werden. Beide Implantattypen werden seit vielen Jahren verwendet und von Behörden wie der FDA (U.S. Food and Drug Administration) zugelassen. Es gibt jedoch einige Unterschiede.
Ruptur (Riss) und Beschädigungen
- Stiller Riss bei Silikonimplantaten: Silikongel kann man sich wie eine dicke, zusammenhängende Masse vorstellen, die nicht sofort ausläuft, wenn die Hülle ein kleines Loch bekommt. Die Brust „entleert“ sich also nicht unmittelbar wie ein Wasserballon. Dies wird als „stiller Riss“ bezeichnet und kann unbemerkt bleiben, bis es im Rahmen einer MRT- oder Ultraschalluntersuchung entdeckt wird.
- Schnelles Entleeren bei Kochsalzimplantaten: Bei einer kleinen Öffnung tritt das Wasser aus, sodass die Brust rasch an Volumen verliert. Die Betroffene merkt dies sehr schnell. Die Kochsalzlösung wird vom Körper resorbiert und richtet normalerweise keinen großen systemischen Schaden an.
- Kapselkontraktur (Capsular Contracture): Um jedes Implantat bildet der Körper eine Kapsel, eine normale Abwehrreaktion auf einen Fremdkörper. In manchen Fällen wird diese Kapsel jedoch zu dick oder zieht sich stark zusammen. Ob es eher bei Silikon oder Saline auftritt, kann von Fall zu Fall variieren, ebenso spielen die individuelle Veranlagung und die Operationsmethode eine große Rolle.
- Zusätzliche Überlegung: BIA-ALCL (Breast Implant-Associated Anaplastic Large Cell Lymphoma)
Dies ist eine seltene Form von Lymphom, die mit Brustimplantaten (insbesondere solchen mit texturierter Oberfläche) in Verbindung gebracht wird. Das Risiko ist gering, aber nicht gleich null. Eine langfristige Nachsorge ist daher unerlässlich.
Man sieht also: Beide Typen haben Vor- und Nachteile. Wichtig ist, regelmäßige Kontrolluntersuchungen wahrzunehmen und bei ungewöhnlichen Veränderungen frühzeitig einen Arzt zu konsultieren.
Stillen, Empfindungen und Langzeitkomplikationen
Viele Frauen, die über Brustimplantate nachdenken, stellen sich die Frage, ob sie später stillen können und ob sich das Gefühl in der Brust ändert. Sowohl medizinische Untersuchungen als auch Patientenerfahrungen liefern hierzu einige Antworten.
Stillen
- Brustgewebe und Milchkanäle: Das Brustimplantat wird meist unter das Brustgewebe oder unter den Brustmuskel gelegt. Die Frage, ob Milchkanäle durchtrennt werden, hängt eher von der chirurgischen Technik ab als von der Art des Implantats (Silikon oder Saline).
- Wichtigkeit der chirurgischen Technik: Wenn der Schnitt an der Brustwarze (periareolär) erfolgt, können Milchkanäle stärker beschädigt werden. Wenn Stillen geplant ist, sollte dies im Vorfeld mit dem Chirurgen besprochen werden, um die Schnittführung entsprechend zu wählen.
- Studienlage: Bei richtiger Operationsmethode ist das Stillen mit Silikon- oder Saline-Implantaten häufig gut möglich. Allerdings können Faktoren wie die Menge an vorhandenem Brustgewebe, die Art des Eingriffs und individuelle Unterschiede zu einer verringerten Milchbildung führen.
Empfindungen (Wärme, Tastsinn etc.)
- Risiko einer Nervenschädigung: Ein Schnitt um den Warzenhof (Areola) kann die dort verlaufenden Nerven schädigen, entweder vorübergehend oder dauerhaft. Dies hängt jedoch stärker mit der Schnittführung als mit dem Implantattyp zusammen.
- Langzeitprognose: Oft normalisieren sich Empfindungsstörungen (wie Taubheit oder Überempfindlichkeit), die in den ersten Monaten nach der OP auftreten, mit der Zeit. In seltenen Fällen kann eine dauerhafte Gefühlsveränderung bestehen bleiben.
Langfristige Komplikationen
- Erschlaffung und Alterung: Das Brustgewebe unterliegt wie der gesamte Körper den Einflüssen von Schwerkraft, Alterung und Gewichtsschwankungen. Auch mit Implantaten können Brüste im Laufe der Zeit absinken.
- Wechsel des Implantats: Brustimplantate sind nicht lebenslang garantiert. Die meisten Hersteller weisen darauf hin, dass nach 10-15 Jahren ein Wechsel oder eine Kontrolle in Betracht gezogen werden sollte. Diese Zeitspanne kann jedoch je nach Person variieren.
Es lassen sich also keine pauschalen Aussagen darüber treffen, ob Stillen oder das Gefühlsempfinden mit den jeweiligen Implantattypen garantiert sind. Mit einer guten chirurgischen Technik und Erfahrung verlaufen beide Aspekte bei den meisten Betroffenen jedoch ohne größere Probleme.
Operationsverlauf und Erholungsphase
Eine Brustimplantation wird in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt und dauert meist zwischen 1 und 2 Stunden, abhängig von den individuellen Gegebenheiten. Obwohl der Eingriff an sich relativ kurz ist, sollte man die Vorbereitungsphase, den OP-Tag und die Nachsorge als Gesamtprozess betrachten.
Vorbereitung vor der Operation
- Untersuchung und Planung: Der Arzt misst die Körperproportionen, die Brustkorbbreite, die Hautelastizität und bespricht die Erwartungen. Anschließend wird gemeinsam entschieden, ob Silikon oder Saline, welche Größe und an welcher Stelle der Schnitt gesetzt wird.
- Bluttests und Weitere Untersuchungen: Vor dem Eingriff werden übliche Bluttests, ein EKG etc. durchgeführt. Bei Silikonimplantaten kann zusätzlich mit Ultraschall, Mammographie oder bei Bedarf MRT der Zustand des Brustgewebes genauer beurteilt werden.
Während der Operation
- Narkose: Meistens erfolgt ein Vollnarkoseverfahren, sodass man während des Eingriffs schläft.
- Schnittführung: Diese richtet sich nach der gewählten chirurgischen Methode. Die Implantatkammer wird entweder unter dem Brustmuskel (submuskulär) oder unter dem Brustgewebe (subglandulär) geschaffen.
- Einsetzen des Implantats: Bei Kochsalzimplantaten wird das leere Implantat eingesetzt und erst im Körper aufgefüllt. Bei Silikonimplantaten ist das Implantat bereits vorgefüllt, was unter Umständen eine größere Schnittlänge erfordert.
- Verschluss und Verband: Der Schnitt wird in der Regel mit resorbierbaren oder feinen ästhetischen Nähten geschlossen und mit einem speziellen Verband geschützt.
Nach der Operation und Genesung
- Schmerzen und Medikamente: Nach dem Abklingen der Narkose treten häufig Schmerzen, Spannungsgefühle und leichte Schwellungen auf. Schmerzmittel und eventuell Antibiotika werden verordnet.
- Stütz-BH: Um die neue Form zu unterstützen und für einen angenehmeren Heilungsverlauf zu sorgen, wird ein spezieller Stütz- oder Sport-BH empfohlen.
- Ruhephase: In den ersten Tagen ist Schonung wichtig, allerdings sollte man auch nicht völlig bewegungslos bleiben. Kurze Spaziergänge fördern die Durchblutung und somit den Heilungsprozess.
- Kontrolluntersuchungen und Fädenziehen: Abhängig vom Eingriffstyp und den verwendeten Nähten bestellt der Arzt einen nach einigen Tagen oder einer Woche zur Kontrolle ein. Die Fäden werden entfernt oder, wenn selbstauflösende Nähte verwendet wurden, lediglich kontrolliert.
- Wiederaufnahme des Alltags: Nach etwa 1-2 Wochen kann man in der Regel wieder leichten Tätigkeiten nachgehen. Für intensiven Sport und schwere körperliche Arbeit wird meist ein Zeitraum von 4-6 Wochen empfohlen.
In der Genesungsphase ist es entscheidend, die Anweisungen des Arztes genau zu befolgen, unabhängig davon, welches Implantat eingesetzt wurde. Übermäßige Belastung oder Vernachlässigung der Pflege kann das Risiko von Komplikationen erhöhen.
Kostenunterschiede und Weitere Wirtschaftliche Faktoren
Die Kosten für eine Brustimplantation variieren je nach Art des Implantats, der Klinik und weiteren Faktoren. Zu den Hauptaspekten gehören:
- Implantatkosten
Silikonimplantate: Aufgrund des aufwändigeren Herstellungsprozesses und des teureren Materials sind diese Implantate in der Regel teurer als Kochsalzimplantate.
Kochsalzimplantate: Da diese mit Kochsalzlösung gefüllt sind, sind die Produktionskosten niedriger, was sich oft in einem günstigeren Preis niederschlägt.
- Chirurgische Gebühren und Krankenhauskosten
Dauer des Eingriffs: Das Einsetzen von Silikonimplantaten kann gelegentlich länger dauern, was die Kosten für Operationssaal und Personal erhöhen kann.
Klinikumgebung: Private Kliniken, zentrale Stadtlagen oder luxuriöse Einrichtungen beeinflussen die Gesamtkosten.
- Langfristige Pflege und Kontrolluntersuchungen
Silikon: Aufgrund des Risikos eines stillen Risses werden regelmäßige MRT-Untersuchungen (z. B. alle paar Jahre) empfohlen, die möglicherweise nicht von der Krankenkasse übernommen werden.
Saline: Da ein Defekt unmittelbar sichtbar wird, sind weniger häufig MRTs nötig. Regelmäßige Kontrollen sollten dennoch nicht vernachlässigt werden.
- Garantien und Möglicher Austausch in der Zukunft
Viele Implantathersteller bieten eine gewisse Garantie, aber nach einer bestimmten Zeit kann eine Austauschoperation oder Reparatur erforderlich werden. Auch diese potenziellen Folgekosten gilt es zu bedenken.
Wie Trifft Man Eine Individuelle Entscheidung?
Jeder Körper hat eigene Merkmale, und jede Person bringt unterschiedliche Erwartungen mit. Daher gibt es keine allgemeingültige Aussage, welches Implantat das „beste“ ist.
- Körperbau und Vorhandenes Brustgewebe: Wer sehr dünne Haut und wenig Brustgewebe hat, profitiert oft von Silikonimplantaten, da diese ein natürlicheres Ergebnis vermitteln können. Bei stärker ausgeprägtem Gewebe können auch Saline-Implantate überzeugen.
- Lebensstil und Sportaktivitäten: Wer viel Sport treibt und die Brustmuskeln stark beansprucht, könnte von einer Platzierung unter dem Muskel profitieren. Vor allem bei Kochsalzimplantaten kann dies Wellenbildung mindern. Menschen mit einem eher ruhigen Lebensstil haben mehr Auswahlmöglichkeiten.
- Allergien und Andere Gesundheitsaspekte: Zwar ist eine Silikonallergie extrem selten, aber spezielle Empfindlichkeiten sollten vorher mit dem Arzt besprochen werden. Bei Autoimmunerkrankungen oder chronischen Beschwerden wird die Entscheidung für ein bestimmtes Implantat auf individueller Basis getroffen.
- Persönliche Ästhetische Ziele: Manche wünschen sich eine deutlich vollere, straffere Brust, andere bevorzugen eine dezente, natürliche Kontur. Ob man ein Implantat mit hoher Projektion möchte oder eher eines mit weicherer Übergangsform, beeinflusst ebenfalls die Wahl.
Außerdem sind Brustkorbform, Brustwarzenposition und Hautelastizität entscheidend für das spätere Ergebnis. Am besten lernt man seinen eigenen Körper und seine Wünsche kennen und bespricht diese mit einem erfahrenen Plastischen Chirurgen, der mithilfe von Messungen und Gesprächen eine fundierte Empfehlung geben kann.
Langzeitpflege und Regelmäßige Kontrollen
Es ist ein Irrtum, anzunehmen, dass man nach dem Einsetzen eines Brustimplantats keinen Kontrollen mehr bedarf. Ähnlich wie bei einem Auto, das regelmäßig zur Inspektion muss, sollten auch Brustimplantate von Zeit zu Zeit überprüft werden.
- MRT-Kontrolle bei Silikon: Die FDA empfiehlt, dass Personen mit Silikonimplantaten einige Jahre nach der OP und anschließend in regelmäßigen Abständen (meist alle 2 Jahre) eine MRT-Untersuchung durchführen lassen, um stille Risse frühzeitig zu erkennen.
- Regelmäßige Untersuchungen bei Saline: Ein Defekt an einem Kochsalzimplantat zeigt sich an einem offensichtlichen Volumenverlust. Ein regelmäßiges MRT ist daher weniger notwendig, aber Kontrolluntersuchungen beim Facharzt sind dennoch unerlässlich, um Kapselkontraktur, Infektionen oder andere Probleme frühzeitig zu erkennen.
- Selbstuntersuchung: Unabhängig davon, ob Implantate vorhanden sind oder nicht, sollte jede Frau ihre Brüste regelmäßig selbst untersuchen. Bei Knoten oder Verhärtungen sollte zeitnah ein Arzt aufgesucht werden.
- Alterung und Hormonelle Veränderungen: Im Laufe der Jahre können durch Gewichtsveränderungen, Schwangerschaften und normale Alterung Veränderungen der Brustform entstehen, die auch das Implantat betreffen. Nach 10 oder 15 Jahren kann deshalb ein erneuter Eingriff notwendig sein.
Regelmäßige Kontrollen sind also nicht nur wichtig, um mögliche Probleme früh zu erkennen, sondern auch, um ein langfristig zufriedenstellendes Ergebnis zu erhalten.
Welche Fragen Sollte Man Stellen, Bevor Man Sich Entscheidet?
Wenn Sie eine Brustprothese in Betracht ziehen, kann es hilfreich sein, noch vor dem Arzttermin einige Schlüsselfragen vorzubereiten. So stellen Sie sicher, dass Sie und Ihr Arzt dieselben Vorstellungen haben und Ihre Erwartungen klar definiert sind.
Ist Mein Erwünschtes Äußeres Ergebnis Realistisch?
- Ist die gewünschte Größe und Form in Anbetracht meiner Anatomie und Hautelastizität machbar?
- Besteht das Risiko von Rücken- oder Schulterproblemen bei sehr großen Implantaten?
Welche Chirurgische Technik und Schnittführung Empfehlen Sie?
- Erfolgt der Schnitt unterhalb der Brust, um den Warzenhof oder in der Achselhöhle?
- Wie wirkt sich das auf die späteren Narben und das Empfinden aus?
Wie Wird Die Erholungsphase Aussehen?
- Wie viele Tage der Schonung sind erforderlich, und wann kann ich wieder arbeiten oder meinen gewohnten Alltag aufnehmen?
- Welche Schmerzmittel und Verbandswechsel sind vorgesehen?
Wie Sieht Die Langfristige Nachsorge Aus?
- Wie oft muss ich z. B. bei Silikonimplantaten MRTs durchführen lassen?
- Woran erkenne ich bei Kochsalzimplantaten einen Defekt und wann sollte ich den Arzt aufsuchen?
Was Sind Die Kosten und Welche Weiteren Ausgaben Können Entstehen?
- Sind Anästhesie und Klinikaufenthalt in den Gesamtkosten enthalten?
- Wie kann ich einen eventuellen Austausch oder eine Reparatur in der Zukunft finanzieren?
Wie Findet Man Die Richtige Entscheidung?
Die Wahl einer Brustprothese ist nicht nur ein ästhetischer Eingriff, sondern ein Prozess, der Lebensqualität, Körpergefühl und psychisches Wohlbefinden beeinflussen kann. Zwar dienen Silikon- und Kochsalzimplantate demselben Zweck, unterscheiden sich aber in Material und Eigenschaften, was von der Operationsmethode über die Genesung bis hin zur Langzeitpflege und dem Komplikationsrisiko spürbar wird.
Silikonimplantate: Sie bieten meist ein natürlicheres Gefühl und Aussehen. Allerdings besteht das Risiko eines stillen Risses, weshalb regelmäßige MRT-Untersuchungen erforderlich sein können. Auch die Kosten sind oft höher.
Kochsalzimplantate (Saline): Ein eventueller Riss wird sofort bemerkt, und durch das Einsetzen ohne Füllung können die Schnitte kleiner sein. Die Anfangskosten sind in der Regel niedriger. Allerdings neigen sie – insbesondere bei dünnem Gewebe – eher zu Faltenbildung und können sich etwas fester anfühlen.
Unabhängig von der Entscheidung ist es essenziell, sich in einer vertrauenswürdigen Einrichtung von einem erfahrenen Chirurgen behandeln zu lassen und die Nachsorgetermine einzuhalten. Eine offene Kommunikation mit dem Arzt ist dabei unerlässlich: Je klarer man seine Erwartungen definiert und je besser diese mit den medizinischen Möglichkeiten abgestimmt werden, desto zufriedener fällt das Ergebnis aus. Auch auf lange Sicht sorgen sorgfältige Nachuntersuchungen und Kontrollen für Gesundheit und ein ästhetisch ansprechendes Resultat.
Op. Dr. Erman Ak schloss 2014 sein Medizinstudium an der Ankara Hacettepe Tıp ab und absolvierte seine Facharztausbildung an der Istanbul University Çapa Medical Faculty. Er erhielt eine fortgeschrittene Ausbildung in Mikrochirurgie in Taiwan und, als ISAPS-Stipendiat in Italien, Schulungen in Gesicht- und Brustästhetik. Dr. Ak besitzt das Zertifikat der Europäischen Union für Ästhetische Plastische Chirurgie von EBOPRAS und trug zur Gründung der Abteilung für Plastische Chirurgie im Başakşehir Çam und Sakura Krankenhaus bei. Derzeit empfängt er Patienten aus der Türkei und verschiedenen anderen Ländern in seiner Klinik in Nişantaşı.