Im Laufe der Zeit kann die Haut an Spannkraft verlieren und erschlaffen, was bei vielen Menschen nicht nur zu vermehrten ästhetischen Sorgen führt, sondern manchmal auch das Selbstbewusstsein negativ beeinflusst. Die Haut ist das größte Organ des Körpers und durchläuft wie alle anderen Organe im Alterungsprozess natürliche Veränderungen. Darüber hinaus beeinflussen auch tägliche Lebensgewohnheiten, Umweltbedingungen, genetische Faktoren und Hormone die Vitalität der Haut. Tatsächlich bedeutet Hauterschlaffung viel mehr als nur „Falten oder leichte Lockerung“: Sie entsteht durch die Abnahme oder Strukturveränderung von essenziellen Proteinen wie Kollagen und Elastin, welche die Haut straff halten.
Warum Erschlafft die Haut?
Hinter der Hauterschlaffung stehen mehrere Faktoren, die in innere (natürliche Alterung) und äußere (Sonneneinstrahlung, Umweltverschmutzung, Lebensstil usw.) Einflüsse unterteilt werden können.
- Abnahme des Kollagen- und Elastinspiegels
Kollagen und Elastin sind Proteine in den tieferen Hautschichten, die der Haut Elastizität und Festigkeit verleihen. Mit zunehmendem Alter kann die Kollagenproduktion jedes Jahr um etwa 1 % zurückgehen. Auch wenn dieser Prozentsatz gering erscheinen mag, trägt er langfristig wesentlich zum Spannkraftverlust der Haut bei. Elastin wird ähnlich abgebaut und verliert seine Funktion. Infolgedessen verringert sich die Fähigkeit der Haut, sich zu regenerieren, was zu einem schlafferen Erscheinungsbild führt.
- Zelluläre Alterung und Genetische Faktoren
Die Teilungsfähigkeit von Zellen steht in Zusammenhang mit den sogenannten „Telomeren“ an den Enden der DNA. Wenn sich diese Telomere mit der Zeit verkürzen, nimmt die Regenerationsfähigkeit der Zellen ab, und Anzeichen der Hautalterung nehmen zu. Liegt in der Familie eine frühe Neigung zu schlaffer Haut und Falten vor, kann dies genetisch an nachfolgende Generationen weitergegeben werden.
- Hormonelle Veränderungen
Während der Menopause sinkt der Östrogenspiegel, was das Feuchtigkeitsbindungsvermögen der Haut reduziert. Ähnlich kann auch beim Mann in der Andropause der abnehmende Testosteronspiegel zu Veränderungen der Haut führen. Hormonelle Schwankungen können Trockenheit, Ausdünnung und eine Neigung zu Hauterschlaffung begünstigen.
- Umweltfaktoren
Ultraviolette (UV) Strahlen, Zigarettenrauch, Luftverschmutzung und sogar ungesunde Ernährungsgewohnheiten erhöhen die Zahl der freien Radikale im Körper. Freie Radikale schädigen die strukturellen Proteine der Haut und beschleunigen so den Erschlaffungsprozess.
- Gewichtsschwankungen
Steigt oder fällt der Körperfettanteil, dehnt sich die Haut zunächst aus und versucht sich dann wieder zusammenzuziehen, ähnlich einem ausgeleierten Gummiband. Diese Rückbildung ist jedoch nicht immer vollständig. Vor allem rasche Gewichtsverluste können zu Hohlräumen unter der Haut führen und somit zur Erschlaffung.
All diese Faktoren schwächen die grundlegende Struktur der Haut und führen letztlich zu ihrer Erschlaffung. Die wesentliche Frage ist jedoch, inwieweit sich die Haut selbst regenerieren kann.
Kann Schlaffe Haut Sich Wirklich Selbst Straffen?
Unser Körper verfügt über ein erstaunliches Potenzial zur Heilung, um zahlreiche Verletzungen zu reparieren – von kleinen Wunden bis hin zu ernsthaften Schäden. Speziell bei der Haut variiert dieses Potenzial jedoch in Abhängigkeit von Alter und Bedingungen. So ist die Haut einer 20-jährigen Person reich an Kollagen und Elastin und kann kleinere Schäden und Lockerungen leichter ausgleichen. Doch ab dem 40. oder 50. Lebensjahr verlangsamen sich Regenerationsgeschwindigkeit und -qualität.
- Leichte Erschlaffung: Tritt vor allem in jüngeren Jahren oder im beginnenden mittleren Alter auf. Dank ausreichender Kollagenunterstützung kann sich die Haut oft gut regenerieren. Beispielsweise kann sich die Haut nach einer kurzen Gewichtszunahme oft von selbst wieder straffen, wenn die Kilos wieder verloren werden.
- Mäßige Erschlaffung: Hier ist die Lockerung deutlich sichtbar. Mit Sport, gesunder Ernährung und sorgfältiger Hautpflege lässt sich eine Besserung erzielen, jedoch oft ohne die vollständige Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands.
- Starke Erschlaffung: Vor allem bei lang anhaltender Adipositas oder im höheren Alter können tiefe Hautfalten auftreten. In solchen Fällen können chirurgische Eingriffe oder intensive medizinische Behandlungen notwendig werden.
Obwohl die Haut sich bis zu einem gewissen Grad selbst regenerieren kann, ist es bei stärkerer Hauterschlaffung meist nicht möglich, ohne irgendeine Form der Intervention zu einem vollständig gestrafften Zustand zurückzukehren. Deshalb ist eine frühzeitige Vorbeugung von großer Bedeutung.
Wie Beeinflussen Hormonelle Veränderungen die Haut?
Unser Körper funktioniert wie ein Orchester im Einklang, in dem Hormone die Balance regulieren. Östrogen, Testosteron und Schilddrüsenhormone spielen unter anderem eine Rolle für die Festigkeit der Haut.
- Rolle des Östrogens: Bei Frauen kommt es insbesondere in den Wechseljahren zu einem deutlichen Abfall des Östrogenspiegels. Östrogen fördert die Feuchtigkeitsbindung und die Kollagenproduktion der Haut. Durch die Abnahme dieses Hormons wird die Haut dünner, trockener und neigt stärker zur Erschlaffung.
- Rolle des Testosterons: Dieses Hormon, das sowohl bei Männern als auch bei Frauen vorkommt, unterstützt neben der Muskelmasse auch die allgemeine Struktur der Haut. Mit steigendem Alter und fallendem Testosteronspiegel kann die Haut an Elastizität verlieren.
- Schilddrüsenhormone: Ein Mangel oder Überschuss an Schilddrüsenhormonen kann dazu führen, dass die Haut austrocknet, dünner wird oder anschwillt. Beide Extreme wirken sich negativ auf die Hautqualität aus.
Bei Störungen dieses Hormonhaushalts werden die Auswirkungen auf die Haut oftmals deutlich sichtbar. Wer plötzliche Veränderungen der Haut bemerkt, sollte überprüfen lassen, ob möglicherweise eine hormonelle Ursache vorliegt. In manchen Fällen kann eine medizinische Behandlung zur Regulierung der Hormonwerte dazu beitragen, den Erschlaffungsprozess zu verlangsamen.
Was Kann Man Tun, Um Hauterschlaffung Vorzubeugen?
Auch wenn Erschlaffung manchmal unvermeidlich scheint, lässt sich der Prozess durch eine angepasste Lebensweise und einige Grundprinzipien deutlich verlangsamen.
- Ausgewogene Ernährung:
Nahrungsmittel mit hohem Antioxidationspotenzial (Vitamin C, E, Beta-Carotin, Zink, Selen usw.) helfen, Hautzellen vor Schäden durch freie Radikale zu schützen. Im Gegensatz dazu führen verarbeitete Lebensmittel, übermäßiger Zuckerkonsum und Fertigprodukte zu „Glykation“, einem Prozess, bei dem sich Zucker an Kollagen- und Elastinfasern bindet und diese verhärtet, was die Haut erschlaffen lässt.
Beispielhafter Vergleich: Stellt man sich Kollagenfasern wie Gummibänder vor, macht Zucker diese Bänder steif und brüchig. Eine an Antioxidantien reiche Ernährung trägt hingegen dazu bei, die Gummibänder elastisch und stabil zu halten.
- Regelmäßige Bewegung:
Vor allem Widerstandstraining kann durch Muskelaufbau die Haut von innen stützen. Kräftigere Muskeln lassen die Haut straffer wirken. Darüber hinaus fördert Ausdauertraining die Durchblutung und damit den Transport von Sauerstoff und Nährstoffen zur Haut.
- Ausreichend Schlaf:
Im Schlaf finden wichtige Regenerations- und Erneuerungsprozesse statt. Während der Nachtruhe wird Wachstumshormon ausgeschüttet, was die Kollagensynthese unterstützt.
- Stress Vermeiden:
Stress erhöht den Cortisolspiegel im Körper. Ein dauerhaft hoher Cortisolwert kann die Kollagenproduktion mindern. Vor allem bei chronischem Stress erscheint die Haut fahl und dünn und neigt langfristig eher zur Erschlaffung.
- Sonnenschutz:
UV-Strahlen zerstören Kollagen- und Elastinfasern. Durch die Anwendung von Sonnenschutzmitteln und Schutzkleidung sowie das Meiden intensiver Sonneneinstrahlung – gerade zwischen 10.00 und 16.00 Uhr – lässt sich die Hauterschlaffung eindämmen.
Dies sind grundlegende Lebensstilansätze, um Erschlaffung zu verzögern. Wichtig ist, diese Gewohnheiten nicht als „kurzfristige Diät“ zu betrachten, sondern sie als nachhaltige Lebensweise zu verinnerlichen.
Welche Rolle Spielt die Sonne bei der Hauterschlaffung?
Sonnenbedingte Schäden nennt man „Photoaging“, eine der Hauptursachen für Hauterschlaffung. Die UV-Strahlen der Sonne dringen bis in tiefere Hautschichten vor und greifen dort Kollagen- und Elastinfasern direkt an.
- UVB-Strahlen: Sie wirken auf die oberste Hautschicht (Epidermis) und tragen zu Sonnenbrand sowie zur Vitamin-D-Synthese bei. Bei übermäßiger Exposition verursachen sie jedoch starke Schäden und Entzündungen, was langfristig die Erschlaffung begünstigen kann.
- UVA-Strahlen: Sie dringen bis in tiefere Hautschichten vor und bauen Kollagen- und Elastinfasern ab, was bleibende Schädigungen nach sich zieht. Außerdem beeinflussen sie die Pigmentzellen in der Haut und erhöhen das Risiko von Pigmentflecken, Falten und Erschlaffung.
- Einfache, aber effektive Schutzmaßnahmen umfassen die Verwendung einer breitbandigen Sonnencreme, das Tragen von Hut und Sonnenbrille, den Aufenthalt im Schatten und das Vermeiden langer Sonnenbäder insbesondere zwischen 10.00 und 16.00 Uhr.
Die schädlichen Auswirkungen der Sonne auf die Haut lassen sich durch kürzere Sonnenexposition und den Einsatz von Schutzmitteln verringern. Das ist nicht nur hinsichtlich der Hauterschlaffung bedeutsam, sondern auch zur Senkung des Hautkrebsrisikos.
Wie Beeinflussen Gewichtsschwankungen die Hautgesundheit?
Schnelle Zu- und Abnahmen des Körpergewichts lassen sich für die Haut mit dem ständigen Auf- und Abpumpen eines straffen Ballons vergleichen. In jungen Jahren ist die Haut elastischer und kann diese Schwankungen einigermaßen gut verkraften. Mit zunehmendem Alter aber nimmt die Fähigkeit der Haut ab, sich nach jedem raschen Gewichtswechsel wieder vollständig zu straffen, was dauerhafte Erschlaffungsprobleme hervorrufen kann.
- Schnelle Gewichtsabnahme und Erschlaffung:
Bei erheblichem Gewichtsverlust, insbesondere nach bariatrischen Eingriffen, zeigt sich dieses Phänomen häufig. Die zuvor stark gedehnte Haut kann sich möglicherweise nicht vollständig an den plötzlich schlankeren Körper anpassen. Nicht nur der Bauchbereich, sondern auch Arme, Beine und das Gesicht können gefährdet sein, zu erschlaffen.
- Langsames und Gleichmäßiges Abnehmen:
Dies gilt als gesündere Methode, da die Haut Zeit bekommt, sich anzupassen. Zeitgleich hilft Muskelaufbau durch regelmäßiges Krafttraining, das Unterhautgewebe zu stärken und das Erscheinungsbild straffer zu halten.
- Die Bedeutung des Gewichtserhalts:
Anstatt häufig zu- und abzunehmen, ist ein stabiles Gewicht im idealen Bereich langfristig einer der wichtigsten Faktoren, um die Hautgesundheit zu unterstützen.
Dennoch kann es in manchen Fällen nötig sein, überschüssige Haut chirurgisch zu entfernen (z. B. durch Bauchdeckenstraffung oder Armstraffung). Dies ist jedoch von Person zu Person unterschiedlich und bedarf einer medizinischen Einschätzung.
Welche Hautpflegeprodukte Wirken Wirklich?
Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl an Produkten, die eine „sofortige Straffung“ der Haut versprechen. Dies führt zur Frage, welche tatsächlich wirkungsvoll sind. Laut wissenschaftlichen Studien gibt es einige Inhaltsstoffe, die die Kollagenbildung unterstützen, die Haut befeuchten und antioxidativen Schutz bieten.
- Retinoide (Retinol, Tretinoin usw.):
Retinoide sind Vitamin-A-Derivate, die die Zellerneuerung beschleunigen und die Kollagensynthese steigern. Bei regelmäßiger Anwendung können sie feine Fältchen und leichte Erschlaffungen reduzieren. Dabei ist zu beachten, dass diese Produkte zu Beginn leichte Schuppenbildung oder Reizungen hervorrufen können.
- Produkte mit Peptiden:
Peptide, also kurze Aminosäureketten, können die Kollagenbildung in der Haut anregen und somit zur Straffung beitragen. Insbesondere Varianten wie „Palmitoyl Pentapeptide“ werden zur Unterstützung der strukturellen Proteine der Haut eingesetzt.
- Antioxidantien (Vitamin C, E, Ferulasäure usw.):
Sie helfen, Kollagen und Elastin vor freien Radikalen zu schützen. Insbesondere Vitamin C fördert zudem die Kollagensynthese.
- Hyaluronsäure:
Sie erhöht die Fähigkeit der Haut, Feuchtigkeit zu speichern, und verleiht ihr dadurch ein pralleres und strafferes Aussehen. Feuchtigkeit ist entscheidend für die Aufrechterhaltung der interzellulären Flüssigkeit in der Haut.
- Sonnenschutzmittel:
Auch wenn sie nicht direkt straffend wirken, schützen sie die Haut vor UV-Strahlung – einem Hauptfaktor für Hautalterung – und leisten damit einen langfristigen Beitrag zur Verzögerung von Erschlaffung.
Grundsätzlich übernehmen Hautpflegeprodukte eine unterstützende Rolle bei leichten bis mäßigen Erschlaffungen. Bei starkem Hautüberschuss sind sie allein in der Regel nicht ausreichend.
Welche Rolle Spielen Ernährung und Hydratation?
Eine gute Versorgung der Haut mit Nährstoffen und Feuchtigkeit stärkt sie von innen heraus. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung unterstützt die Bildung grundlegender Bausteine der Hautzellen.
- Proteinzufuhr: Die Hautstruktur – einschließlich Kollagen und Elastin – benötigt Proteine. Fisch, Eier, Milchprodukte, Hülsenfrüchte und gesunde Samen (z. B. Quinoa) sind geeignete Proteinquellen.
- Gesunde Fette: Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren (z. B. in Lachs, Avocado, Walnüssen) stärken die Hautbarriere und erhalten die Elastizität.
- Antioxidantienquellen: Buntes Obst und Gemüse, Tee (insbesondere Grüntee), Kakao, Tomaten und Granatäpfel reduzieren die Menge freier Radikale im Körper.
- Ausreichende Wasserzufuhr: Wasser ist essenziell für die Erhaltung der Zellstrukturen in der Haut. Wer zu wenig trinkt, riskiert trockene, fahle Haut, die leichter erschlaffen kann.
Eine nährstoffreiche Ernährung wirkt sich positiv auf die Hauterneuerung aus. Auch das Einschränken des Zuckerkonsums kann den Glykationsprozess verringern und den Strukturproteinen in der Haut schützen.
Strafft Sport die Haut?
Entgegen der landläufigen Meinung wird bei Sport nicht direkt die Haut an sich trainiert, sondern in erster Linie die darunterliegende Muskulatur. Wird diese Muskulatur stärker, kann das Erscheinungsbild der Haut fester wirken. Insbesondere Krafttraining (Gewichte) kann eine Art „innere Stütze“ bieten und damit die Haut straffer wirken lassen.
- Ausdauertraining (Laufen, Gehen, Schwimmen): Beschleunigt die Durchblutung und versorgt das Gewebe verstärkt mit Sauerstoff und Nährstoffen. Für die Regeneration der Haut ist eine gute Durchblutung essenziell.
- Krafttraining (Gewichte, Pilates, Yoga): Erhöht die Muskelmasse und formt die Silhouette des Körpers. Dies kann vor allem erschlaffte Bereiche an Bauch, Armen und Beinen optisch verbessern.
- Gesichtsübungen: Manche Menschen versuchen durch Gesichtsyoga oder gezielte Übungen, die Muskulatur in Wangen- und Kieferregion zu stärken. Einige Studien weisen auf einen teilweisen Nutzen hin, allerdings reichen solche Übungen allein meist nicht aus, um ausgeprägte Erschlaffungen zu korrigieren.
Regelmäßiger Sport wirkt sich außerdem positiv auf das hormonelle Gleichgewicht aus, was wiederum der Hauterschlaffung entgegenwirken und sie teils verbessern kann. Bei sehr schnellem Gewichtsverlust reicht Sport allein jedoch oft nicht aus.
Welche Chirurgischen Behandlungen Gibt Es und Wie Wirksam Sind Sie?
Obwohl sich die Hauterschlaffung größtenteils durch einen gesunden Lebensstil, Hautpflege und Sport kontrollieren lässt, reichen diese Methoden in einigen Fällen nicht aus. Vor allem bei ausgeprägter Erschlaffung ist eine vollständige Rückbildung des Hautüberschusses ohne medizinische Eingriffe in der Regel schwierig. An dieser Stelle kommen chirurgische Verfahren ins Spiel, die heute für verschiedene Körperregionen eingesetzt werden, um die Haut zu straffen und ein gleichmäßigeres Erscheinungsbild zu erzielen.
Arten Chirurgischer Methoden
Chirurgische Eingriffe richten sich nach der betroffenen Körperregion und den individuellen Bedürfnissen. Manche Operationen konzentrieren sich auf Gesicht und Hals, andere auf Bauch, Arme oder Beine, um überschüssige Haut zu entfernen.
Das Gesicht ist einer der Bereiche, in denen die Zeichen der Zeit am schnellsten sichtbar werden. Schwerkraft, Mimik und der Abbau von Kollagen und Elastin führen zu Erschlaffungen von den Wangen über die Kinnlinie bis zum Hals.
Wie Läuft Es Ab? Der Chirurg macht in der Regel Schnitte um die Ohren und entlang des Haaransatzes. Überschüssige Haut wird entfernt, die darunterliegende Muskel- und Gewebestruktur neu positioniert. Nach der Operation sind die Konturen des Gesichts straffer und deutlicher definiert.
Für Wen Geeignet? Personen mit starker Erschlaffung, tiefen Falten und erschlaffter Halspartie. Bei leichten Problemen können auch nichtchirurgische Methoden in Betracht gezogen werden.
Besonders wirksam für Personen, die nach einer Schwangerschaft oder starker Gewichtszunahme und -abnahme einen erheblichen Hautüberschuss im Bauchbereich haben.
Wie Läuft Es Ab? Über einen horizontalen Schnitt unterhalb des Bauchnabels werden überschüssige Haut- und Fettgewebe entfernt. Gegebenenfalls werden die Bauchmuskeln gestrafft und die Haut anschließend neu fixiert.
Für Wen Geeignet? Menschen mit erschlaffter Bauchhaut nach Schwangerschaft(en), raschen Gewichtsveränderungen oder genetischen Veranlagungen.
- Armstraffung (Brachioplastik)
Erschlaffungen auf der Innenseite des Oberarms können bei jenen, die gern kurzärmelige Kleidung tragen, das Selbstvertrauen beeinträchtigen.
Wie Läuft Es Ab? Über einen Schnitt an der Innenseite des Arms werden überschüssige Haut und Fett entfernt. Anschließend wird die Haut gestrafft und neu geformt.
Für Wen Geeignet? Personen, die nach großem Gewichtsverlust erschlaffte Oberarme haben oder deren Haut im Alter an Elastizität verloren hat, können durch diesen Eingriff straffere Arme erhalten.
- Oberschenkelstraffung (Thigh Lift)
Erschlaffungen an den Innenseiten der Oberschenkel lassen sich nicht immer allein durch Sport und Ernährung vollständig beheben.
Wie Läuft Es Ab? Meist werden Schnitte in der Leistenregion oder an der Innenseite der Oberschenkel gesetzt. Überschüssige Haut wird entfernt und der Oberschenkelbereich nach oben gestrafft.
Für Wen Geeignet? Personen mit schlaffer Haut im Bereich der Oberschenkel, Elastizitätsverlust und Hautüberschuss.
Wirksamkeit und Dauerhaftigkeit: Ist ein 100%iges Ergebnis Möglich?
Chirurgische Methoden liefern bei Hauterschlaffung die deutlichsten und nachhaltigsten Resultate. Jedoch sollte man bedenken, dass das Altern ein natürlicher Prozess ist, der auch nach dem Eingriff weitergeht. Eine Operation „stoppt die Zeit“ nicht, entfernt aber überschüssiges Gewebe und korrigiert Deformitäten, sodass man über einen längeren Zeitraum ein strafferes Aussehen genießen kann.
- Haltbarkeit der Ergebnisse
Im Allgemeinen gelten die Resultate als dauerhaft. Nach einer Bauchdeckenstraffung bleibt der Bauch beispielsweise jahrelang straff, sofern man sich gesund ernährt und regelmäßig Sport treibt. Größere Gewichtsschwankungen oder eine erneute Schwangerschaft können jedoch erneute Erschlaffung begünstigen.
- Alterungseffekt
Eine Operation verlangsamt das Alterungstempo nicht; sie behebt lediglich den vorhandenen Überschuss und die Deformierung. In den folgenden Jahren kann es weiterhin zu einem gewissen Grad an Lockerung kommen, allerdings wesentlich geringer als zuvor. Vergleicht man dies etwa mit der Renovierung eines Hauses: Das Haus altert weiterhin, aber dank der Renovierung bedarf es nicht so bald wieder eines großen Eingriffs. Ebenso behebt ein chirurgischer Eingriff die vorhandenen Hautprobleme weitgehend und sorgt für viele Jahre für ein bequemeres Erscheinungsbild.
Vorbeugung und Management sind Möglich
Hauterschlaffung ist ein Teil des natürlichen Alterungsprozesses und lässt sich leider nicht komplett verhindern. Durch Veränderungen des Lebensstils, regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung, ausreichenden Schlaf und angemessene Hautpflegeprodukte kann man die Erschlaffung jedoch deutlich hinauszögern und leichte bis mittlere Lockerungen verbessern. Bei starker Erschlaffung können chirurgische oder weiterführende ästhetische Verfahren zum Einsatz kommen.
Zusammengefasst spiegelt unsere Haut wie ein Spiegel sowohl unseren inneren Zustand als auch äußere Faktoren wider. Wie wir sie behandeln, ist entscheidend für ihr zukünftiges Erscheinungsbild. So wie ein gut gepflegter Stoff lange Zeit intakt bleiben kann, wird auch die Haut bei regelmäßiger und passender Pflege über viele Jahre hinweg gesund und robust an unserer Seite bleiben.
Wichtig ist dabei, dass jeder Mensch eine individuelle Hautstruktur, genetische Veranlagung und Lebensweise hat. Daher müssen alle Anwendungen auf die Bedürfnisse der Einzelperson abgestimmt werden. Auch wenn die obigen Vorschläge einen allgemeinen Rahmen bieten, sollten für dauerhafte und effektive Lösungen die persönlichen Anforderungen berücksichtigt und bei Bedarf ein Fachmann hinzugezogen werden.
Op. Dr. Erman Ak schloss 2014 sein Medizinstudium an der Ankara Hacettepe Tıp ab und absolvierte seine Facharztausbildung an der Istanbul University Çapa Medical Faculty. Er erhielt eine fortgeschrittene Ausbildung in Mikrochirurgie in Taiwan und, als ISAPS-Stipendiat in Italien, Schulungen in Gesicht- und Brustästhetik. Dr. Ak besitzt das Zertifikat der Europäischen Union für Ästhetische Plastische Chirurgie von EBOPRAS und trug zur Gründung der Abteilung für Plastische Chirurgie im Başakşehir Çam und Sakura Krankenhaus bei. Derzeit empfängt er Patienten aus der Türkei und verschiedenen anderen Ländern in seiner Klinik in Nişantaşı.